A.N.T.S.

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Eine Besonderheit in unserer Wehr bildet unsere A.N.T.S. – die Atemschutz-Notfall-Trainierte Staffel. Die Mitglieder dieser Einheit absolvieren neben den normalen Diensten ein intensives kontinuierliches Zusatztraining um im Ernstfall verunfallte Atemschutzgeräteträger aus einer Gefahrensituation zu retten.

Nach derzeitigem Planungsstand (August 2019) wird die Staffel Ende dieses Jahres einsatzbereit auf der Leitstelle gemeldet.

Wir trainieren um Kameraden in Not schnell und effizient zu helfen.
Habt ihr Fragen zu unserer Arbeit? Wollt ihr uns beim Training besuchen? Plant ihr eine Übung, bei der wir uns einbringen können?

Dann nehmt jederzeit gern Kontakt mit unserer Wehrführung auf.

Die Staffel besteht im Einsatz aus einem 4er-Trupp, dessen Mitglieder jeweils eine klar definierte Aufgabe haben:

  • die „1“ führt die Staffel nach innen, hält Funkkontakt nach außen und ist für die Gefahrenabschätzung im Einsatz zuständig
  • „2“ und „3“ sind für die Transportvorbereitung des Verunfallten zuständig
  • die „4“ führt ein D-Strahlrohr zum Eigenschutz für die Staffel mit und betreut ggf. den zweiten Geräteträger des Unfalltrupps

Die Staffel verfügt über eine umfangreiche Spezialausrüstung. Besonders wichtig ist hierbei die Tatsache, dass Pressluftatmer mit zwei 300-bar-Flaschen verwendet werden, was die mögliche Einsatzdauer auf bis zu 60 Minuten erhöht.

Zwei weitere Personen komplettieren die Staffel im Einsatz:

  • der Staffelführer führt die Staffel als Ganzes und bildet gleichzeitig die Schnittstelle zur örtlichen Einsatzleitung
  • der Maschinist führt das staffeleigene Einsatzfahrzeug und ist für die Wasserversorgung sowie die Atemschutzüberwachung der Staffel und die Einsatzdokumentation zuständig

Was sollten Einsatzleiter über uns wissen?

Die Staffel hat immer dann einen besonderen Einsatzwert, wenn Schadenslagen in komplexen Bereichen bzw. in Bereichen mit hohen Eindringtiefen zu bewältigen sind. Die Staffel ersetzt dabei niemals den vorgeschriebenen Sicherungstrupp und beteiligt sich auch sonst nicht am normalen Einsatzgeschehen. Salopp gesagt: Wir sind da und stehen in Bereitstellung – wenn kein Notfall eintritt, rücken wir zufrieden wieder ab.

Ideal ist es, wenn die Staffel bei entsprechenden Lagen bereits präventiv angefordert wird – dies kann selbstverständlich und ausdrücklich auch über die Kreisgrenzen Dithmarschens hinaus geschehen. So kann am Einsatzort ein möglicher Einsatz bereits weitgehend vorbereitet werden, was ggf. wiederum die Eingreifzeit deutlich verkürzt. Zu bedenken ist hierbei, dass ein Atemschutznotfall in der eigenen Wehr immer eine extreme zusätzliche psychische Belastung für die unmittelbaren Kameraden der Verunfallten darstellt. Die Staffelmitglieder – als „Außenstehende“ – können in einer solchen Situation mit dem nötigen emotionalen Abstand agieren.

Die Staffel bildet am Einsatzort immer einen eigenen Einsatzabschnitt. Das bedeutet auch, dass sie eine eigene Rufgruppe zugeteilt bekommt. Weiterhin muss die Wasserversorgung für ein D-Strahlrohr sicher gestellt sein.

Tritt ein Notfall ein, dann muss das normale Einsatzgeschehen weitgehend ruhen. Die Staffel braucht Ruhe, Raum und klare Verhältnisse um effizient arbeiten zu können.

Im Einsatzfall benötigt die Staffel umfassende Informationen. Diese müssen durch den Einsatz- bzw. Abschnittsleiter, den zuständigen Gruppenführer und durch die örtliche Atemschutzüberwachung gegeben werden können.

Eine A.N.T.S. vor Ort ist im Zweifelsfall der Joker, der den Unterschied zwischen einem glimpflich ausgegangenen Unfall oder einer Tragödie ausmacht.